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Experimente mit Kurzwelle

Die ersten Schritte zum "richtigen" Sender auf 11 Meter

Letzte Änderung: 5.5.2026

Das sollte der Radiobastler über den Funkbetrieb wissen

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Inhaltsübersicht

  1. Quarzstabiler Steckbrett-Oszillator mit Triode
  2. Modulierbarer Transistor-Quarzoszillator
  3. Ein "richtiger" Sender

Ein ganz sparsamer, quarzstabiler Steckbrett-Oszillator mit Triode

"Alles ganz einfach, aber bei 27 MHz kommt es auf jedes Picofarad an!"

Bei Röhren-Oszil­latoren für 27 MHz wie diesem kommt es vor allem darauf an, dass man beim Aufbau, beim Wickeln der Schwing­kreis­spule, bei der Wahl des Röhren­typs und der Sockel­art nicht zu viel unerwün­schte Streu­kapa­zität mit einbaut. Das belastet die Schwing­kreise unnötig.
Die 6AV6 oder EBC 91 ist durch ihre kleine Bauart und den Pico-7-Sockel eine gute Wahl. An die Fas­sung habe ich einfach kurze Draht­stücke angelötet, so dass er direkt auf das Steck­brett gesetzt werden kann. Bei Anode und Gitter wähle ich die Buchsen­reihen so, dass immer 2 oder 3 leere Buchsen­reihen dazwi­schen liegen, wegen der gegen­seitigen Kapa­zität. Zwischen zwei im Steck­brett neben­einander liegen­den Leisten mit je 5 Steck­plätzen hat man schon 5 pF Kapa­zität!
Der hier verwen­dete 27,025-MHz-Quarz (Band 6 der CB-Frequen­zen) ist ein Ober­wellen-Quarz. Die Grund­schwingung liegt bei 9,008 MHz. Wir wollen aber die dritte Harmo­nische anregen. Der Oszil­lator braucht daher einen extra Schwing­kreis, der darauf abge­stimmt werden muss. Der Quarz allein reicht als frequenz­bestim­mendes Element nicht.
Meißner-Schal­tung erscheint bei Röhren günstig, weil sowohl Kathode und Röhren­heizung als auch Trimmer­konden­sator, Schwing­kreis- und Rück­koppel­spule auf einer Seite direkt an Masse liegen. Der Anoden­strom wird durch eine Fest­induk­tivität mit 120 µH zugeführt, die gegen L1 sehr groß ist und auf die Eigen­fre­quenz des Schwing­kreises keinen Ein­fluss hat. Die zweite Drossel in die Leitung und die Konden­satoren sollen die HF dort noch weiter unter­drücken.
Zum Auskop­peln von HF geht man am besten an die Rück­koppel­spule L2, oder man macht es induk­tiv.

Noch ein paar weitere Daten: Bei 80 V Betriebs­span­nung ist die HF-Span­nung im Gitter­kreis auf etwa 2 Vss HF begrenzt. Die Gitter­vorspan­nung stellt sich auf −0,8 V ein. Dadurch begrenzt die Gitter­diode die Ampli­tude auf kleine Werte. Der Quarz wird somit keiner sehr hohen elektri­schen Belas­tung ausge­setzt. Möchte man größere Ampli­tuden haben, dann sollte man zum Bei­spiel eine ECC 82 verwen­den, wo die Gitter­diode eine höhere Vorspan­nung ent­stehen lässt.

Nach diesen ein­fachen Regeln bin ich beim Elek­tronik­basteln mit Kurz­welle immer gut und günstig voran­gekommen.

Die Spulen wickle ich auf einen (hohl­gebohrten) Holz­kern mit 15 mm Durch­messer (eine ehe­malige Gardinen­stange). Die Wick­lung bestehen aus einfachem Klingel­draht mit Kunst­stoff­isolierung. Schwing­kreis- und Rück­koppel­spule liegen Windung um Windung beisamen. Die Länge der Wicklung der Oszil­lator­spule (rechts) ergibt sich aus der Gesamt-Windungs­zahl. Hier: 18 mm. Anschlie­ßend wird die Wicklung mit Sprüh­lack fixiert. Die Anschluss­stifte sind in das Holz einge­klebt.

Wicklungslänge (mm)
Wdg.102030
5 97 133 270
6 67 92 120
7 50 68 88
8 38 52 67
9 30 41 53
10 24 33 43
Cres (pF) Wicklungsdurchm.:15 mm

Die Induk­tivität der Schwing­kreis­spule ist L1 = 1,1 µH, die ein­zustel­lende Kapa­zität Cres ist 32 pF für die Reso­nanz, ein­schließ­lich der Streu­kapazi­täten in Röhre und Steck­brett. Die Tabelle oben gibt diese Kapa­zität für diese Spulen­bau­weise als Funktion der Windungs­zahl und der Länge der Wick­lung an. Die Spulen­para­meter mit rot unter­legten Feldern machten im Oszil­lator Schwie­rig­keiten.
Wenn man in einer Schal­tung mehrere Spulen braucht, die entkop­pelt bleiben müssen, dann sollte man liegende und stehende Vari­anten kombi­nieren.

Kera­mische Trimmer-Konden­satoren: der Oszil­lator muss auf die Quarz­frequenz abge­stimmt werden, damit er schwingt. Dazu ist ein Oszi praktisch, doch die richtige Einstel­lung erkennt man auch daran, dass der Anoden­strom zurück­geht. Rechts: Fest­induktivi­täten für den Anoden­kreis.

Quarze sind zu ganz verschie­denen Frequen­zen sowie für die spezi­fischen Kanäle im 11-Meter-Band erhält­lich. Es gibt sie in unter­schied­lichen Bau­formen, als Grund­wellen- und Ober­wellen-Quarze.

Meine erste Sendung: modulierbarer Transistor-Oszillator

Dieser Tran­sistor-Oszil­lator arbeitet mit fast denselben Bau­teilen wie der Röhren­oszil­lator, und er ist über den Kopf­hörer­ausgang eines Smart­phones oder CD-Players direkt modu­lierbar. Man könnte damit wirk­lich senden, wenn man eine Antenne anklem­men würde! (auch wenn nur 2 oder 3 mW Sende­leistung heraus­käme)
Man kann hier wohl fast jeden HF-taug­lichen Transis­tor einsetzen. Der AF170 von ATES ist ein sel­tenes Erb­stück mit einer Grenz­frequenz von 30 MHz und maximal 10 mA Kollektor­strom. Trotzdem funktio­niert der Oszil­lator vorzüglich.

Zum Empfang habe ich einen zweiten Schwing­kreis daneben­gestellt und das Oszil­loskop ange­schlos­sen

Die Einhül­lende des HF-Signals (Oszi ist im Menü "Acquire" auf "Spitzenwert-Abtastung" eingestellt) zeigt ganz klar die Ampli­tude­nmodu­lation mit 480 Hz.

Ein "richtiger" Sender

Der Oszil­lator hat (neben einen npn-Tran­sistor) einen Booster-Verstär­ker erhalten. Der zweite Tran­sistor arbeitet im line­aren A-Betrieb und braucht unbe­dingt einen Kühl­stern auf dem TO-39-Gehäuse. Bei einer Betriebs­span­nung von 12 V erzeugt diese unge­fähr 0,1 W HF.

Der 2N2219 zeigte sich als Verstärker unter den mir zur Verfü­gung stehenden Alter­nativen BC140 und 2N1613 (die alle knapp 1 W maxi­male Verlust­leistung haben) als die geeig­netste Bestückung. Auch laut Daten­blatt sind hier die Sperr­schicht-Kapazi­täten CCB und CBE die weitaus nied­rigsten.
Oszil­lator- und Aus­gangs­schwing­kreis-Spule baut man so ein, dass der Booster nicht von allein zu schwingen beginnt.

Wenn man an die Stelle des Masse und einen λ/4-Dipol anklemmt (zur Erin­nerung: im 11-Meter-Band ist das ein Metall­stab von 2,75 Metern Höhe), dann dürfte das Signal in der Umge­bung weit­hin zu empfangen sein.

Auf dem Steck­brett: zur ersten Inbetrieb­nahme gleicht man zuerst den Oszil­lator auf maxi­male HF-Amplitude ab. Dann klemmt man an die Ausgangs­spule des Boosters wie zu einer Leis­tungs­messung einen 50-Ohm-Wider­stand (o.ä.) an, und stellt den Trim­mer dieses Kreises auf maxi­male Leis­tung ein.

Das geht auch mit einer kleinen Glüh­birne.

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